Neues bei EWS

27.07.2020 - Am 01.01.2021 fallen die ersten Ü20-Anlagen aus dem EEG

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist 20 Jahre alt geworden – für viele Anlagenbetreiber nicht unbedingt ein Grund zum Feiern. Zum Jahreswechsel endet nämlich für 18.000 Photovoltaikanlagen der Vergütungszeitraum von 20 Jahren. In den Folgejahren nimmt die Anzahl ausgeförderter Anlagen (Ü20-Anlagen) weiter zu.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule Flensburg hat EWS eine Studienarbeit zu den Optionen erstellen lassen, die Anlagenbetreibern und Installateuren beim Weiterbetrieb dieser PV-Anlagen bleiben.

Anzahl ausgeförderter PV-Anlagen laut Umweltbundesamt

Was passiert mit diesen Anlagen?
Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Anschlussregelung. Eine Entscheidung soll im Rahmen einer EEG-Novelle während des Sommers 2020 gefällt werden, sicher ist das aber noch nicht. Eine Anschlussregelung müsste sich an der neuen EU-Richtlinie orientieren, die Abgaben, Umlagen und Gebühren für Erneuerbare-Energien-Kleinanlagen ausschließt. 

Eigenversorger mit EE-Strom sollen die Möglichkeit erhalten, ihren Überschuss auf verschiedenen Wegen zu vermarkten.

Solange es aber keine Anschlussregelung gibt, sind die Optionen zum Weiterbetrieb von Ü20-PV-Anlagen sehr eingeschränkt.

Klar ist, dass die garantierte Vergütung im Rahmen des EEG in der bisherigen Höhe entfällt. Die Anlagen behalten zwar im Sinne des EEG den garantierten Netzzugang, es müsste aber nach derzeitigem Recht ein neuer Abnehmer für die Einspeisung gefunden werden (Direktvermarktung) oder es wird auf eine Einspeisung verzichtet (Nulleinspeisung).

Warum nicht einfach weiter einspeisen?
Nach Ablauf des Vergütungszeitraumes sind die Netzbetreiber nicht mehr verpflichtet, die Einspeisung zu dulden, und könnten gegebenenfalls Schadenersatz- und Unterlassungsansprüche stellen. Betreiber von Ü20-Anlagen sollten sich rechtzeitig an den zuständigen Netzbetreiber wenden und um schriftliche Stellungnahme zu möglichen Bedingungen eines Weiterbetriebs nach dem 01.01.2021 bitten. Diese sind aber erfahrungsgemäß oft noch unvorbereitet und verweisen auf Nachfrage zumeist auf die noch ausstehende politische Entscheidung zu einer Anschlussregelung. Allein aus dem Blickwinkel steuerlicher Betrachtungen heraus sollten Betreiber sich aber rechtzeitig auf die Umstellung von Volleinspeisung auf ein alternatives Geschäftsmodell vorbereiten.

Rechtzeitig Kontakt zum Endkunden aufnehmen
Betreiber der ersten Ü20-Anlagen sollten sich also spätestens jetzt auf die Suche nach kompetenten Gesprächspartnern und Lösungen machen und Sie als Fachinstallateur sollten darauf vorbereitet sein. In akuten Fällen, von denen Sie wissen, könnte es darüber hinaus hilfreich sein, den Kunden offensiv anzusprechen, auch um den technischen Umbau der Anlagen und Netzanschlüsse rechtzeitig planen zu können. Ab einer gewissen Anlagengröße und einem entsprechenden Jahresstromverbrauch liegen dafür Lösungen nahe, die quasi unabhängig von möglichen Anschlussregelungen empfehlenswert sind. Alle in Frage kommenden Geschäftsmodelle für Ü20-Anlagen wurden von EWS in einem Handlungsleitfaden für Installateure dargestellt, den Sie hier kostenlos herunterladen können.

Link: Handlungsleitfaden für ausgeförderte PV-Anlagen